Traumberuf Flugbegleiterin

21.07.2003 – Heute seit genau 12 Jahren fliege ich durch die Welt. Zeit für ein paar Gedanken über meinem Traumberuf Flugbegleiterin…


Lange habe ich von Dir geträumt, obwohl ich Dich nicht wirklich kannte.

Auch wenn so viele Vorurteile an Dir haften, hast Du hast mich schon immer fasziniert.

Ich wollte damals unbedingt zu dir gehören. Vor 12 Jahren haben wir uns dann kennengelernt. Wir haben uns 6 Wochen gegenseitig beschnuppert, bevor wir unsere Beziehung eingegangen sind. Wir tragen keine gemeinsamen Ringe, aber eine Karte – mit deinem Namen und meinem Bild.

Du hast mich so stolz gemacht, als ich zum ersten Mal deine Kleider tragen durfte und die Karte lag in der ersten Nacht unter meinem Kopfkissen.

Du legst mir jetzt täglich die Welt zu Füßen und trotzdem bestimmst Du, wann ich aufstehe und wann ich schlafen gehen.

Seitdem ich dich kenne, sind Wochenende keine Wochenende mehr und mit Dir kann man keine Feste feiern wie sie fallen. Du entscheidest nun ob, wann, wo und mit wem ich feiere.

Du kannst auch ganz schön einsam machen.

Du stellst mir Personen vor, die ich ohne Dich nie kennenlernen würde. Gleichzeit zwingst du mich aber auch mit Menschen zu sprechen, mit denen ich sonst nie ein Wort wechseln würde.

Du konfrontierst mich mit Problemen, bei denen ich am liebsten die Augen verschliessen würde und zeigst mir wie eng Armut und Reichtum bei einander liegen. Du hast mich gelehrt, dankbar für meine Herkunft zu sein.

Mit Dir ist die Welt ganz klein geworden, aber das Wort Heimat sehr gross.

Du verlangst von mir Flexibilität, Du selbst bist durchorganisiert ohne Ende. Und nicht selten kostet es mich, zu akzeptieren, dass du nur wenig Handlungsspielraum zulässt.

Manchmal denke ich, wie es gewesen wäre, wenn wir uns nicht kennen gelernt hätten. Manchmal denke ich, du bremst mich. Doch gleichzeitig hast du mir auch den Freiraum gegeben, meine Ziele nebenbei zu erreichen.

Obwohl nach all den Jahren bei uns schon längst der Beziehungsalltag eingetreten ist, schaffst du es, dass ich jedes Mal gerne den Lippenstift für dich auftrage. Auch wenn ich unsere Auszeiten wirklich brauche, kann ich es am Ende dieser Zeit kaum erwarten, dich wieder zusehen.

Danke, dass du mir nach all den Jahren immer noch zeigt, wie schön es ist zur Arbeit zu gehen.

Für Martina und Susi! Und für alle Kollegen, ohne die der Traumberuf kein Traumberuf wäre!