Andreas – Pilot & Gründer von Chocion

Mein Besuch bei CHOCION

Bin ich im Schokoladen-Himmel? Vermutlich ja, denn Andreas, ein Cockpitkollege hat mich in seine Firma Chocion nach Ottobrunn eingeladen. Seit 6 Jahren bietet Andreas mit Chocion fair gehandelte Schokolade an. Er schafft mit seinen Produkten eine Alternative zu der kommerziellen Industrieschokolade und fokussiert eine nachhaltige Produktion. Seit 2015 hat er nun auch ein eigenes Cafe auf 120 Quadratmetern mit fünf Mitarbeitern in Ottobrunn eröffnet, wo er neben den Schokoladenprodukten auch Kaffeespezialitäten und kleine Snacks anbietet.  Vielen Dank für die Einladung, das Interview und die tollen Pralinien, lieber Andi!

Andi, seit wann fliegst du als Pilot und warum hast du dir den Beruf ausgesucht?

Ich fliege seit 1995, erst Bundeswehr, dann bei einer Regionalairline, dann bei einer Cargo Gesellschaft und seit 2009 fliege ich auf der Langstrecke bei einer grossen deutschen Airline. Mit 16 Jahren bin ich das erste Mal geflogen und dieses Gefühl von Abenteuer und Freiheit hat mich so sehr in den Bann gezogen, dass ich unbedingt Pilot werden wollte.

Du fliegst aber nicht nur, sondern bist auch Unternehmer. Was machst du genau?

Vor 6 Jahren habe ich das Unternehmen Chocion gegründet. Hier dreht sich alles um Schokolade, Nougat und Marzipan. Bei der Gründung war mir wichtig, dass es sich um faire und ehrliche Rohstoffe handelt. So habe ich mir am Markt faire Lieferanten gesucht, die mir diese Rohstoffe zur Verfügung stellen. Ich habe mich für Edelkakaobohnen aus Kolumbien (6 facher Kakaopreis, eigene Schule, keine Kinderarbeit, keine Pesdizide, keine Monokultur, kein Palmöl) und Zucker aus Paraguay (ähnlich aufgebaut wie bei der Schokolade) entschieden. Milch, Sahne und Butter beziehe ich  von Sternenfair (regionale Milch, genfrei, bienenfreundlich, 40 Cent je Liter für die Bauern usw). Mir ist dieses Konzept sehr sehr wichtig

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Wie kam es dazu?

Ein Freund aus New York hat mich vor ca. 10 Jahren auf die Schokoladenwelt neugierig gemacht. Mit ihm enstanden erste Prouktideen. Später habe ich dann in Deutschland allerdings mein eigenes Konzept und eigene Rezeptur entwickelt. Aber wir arbeiten noch heute zusammen wenn es um neue Ideen geht. Allerdings jeder in seinem Heimatmarkt.

Seit wann lebst du diese Kombi (Fliegen und Schokoladenfabrikant)?

Seit ca. 6 Jahren. Vor 6 Monaten habe ich den ersten eigenen Laden eröffnet.

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Fliegst du Teilzeit für dein Business?

Nein

Was war die schwierigste Herausforderung bei Gründung?

Das Schwierigste war meine Marke zu verteidigen. Nach der Gründung hat gleich ein grosses Keksunternehmen versucht, meine Marke zu zerstören und für sich selbst zu vereinnahmen. Gott sei Dank konnte ich dies mithilfe von einem Patentanwalt verteidigen. Das hat viel Nerven und auch Geld gekostet. Heute ist meine Marke sowohl in Deutschland als auch in USA eingetragen und ein Trademark.

Für welche Unternehmensform hast du dich entschieden und warum?

Einzelunternehmer, das hat allerdings überwiegend steuerliche Gründe.

Wie sieht dein Alltag als Unternehmer genau aus?

Ich teile mir meine Tage sehr genau ein. Organisation ist alles. Termine und Zeitfenster plane ich akriebisch zwischen meinen Flügen ein. Im Unternehmen kümmere ich mich um die generellen Themen wie Kundenaquise und möchte  mein Unternehmen weiter bekannt machen. Themen wie Buchhaltung, Steuern, Marketing und Internetshop werden entweder von regionalen Firmen oder eigenen Mitarbeitern betreut.

Warum hast du dich entschieden “zweigleisig” zu fahren?

Plan B heisst mein Konzept. Man weiss nie was passiert. Außerdem möchte ich unabhängig von meinem Arbeitgeber sein, komme was wolle. Sicher spielt auch meine Kreativität eine Rolle, welche ich nur sehr eingeschränkt in meinem Job als Pilot ausleben kann. Da ist es eher technisch und wichtig, dass alles nach Checklisten und festen Konzepten abläuft.

Wie geht es bei dir weiter und wo siehst du dich und deine Firma in 12 Monaten?

Ich hoffe das ich in 12 Monaten einen weiteren Standort habe. Da passiert gerade viel…. Mehr möchte ich aber noch nicht verraten.

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