Claudia – Gründerin von ORGOLIO

Flugbegleiterin & Gründerin von ORGOLIO

Claudia, Halbitalienerin, in Wiesbaden geboren und aufgewachsen, hat Romanistik, Anglistik und Kunstgeschichte in Frankfurt studiert. Während ihres Studiums begann sie im Oktober 1995 am Check-In zu arbeiten. Vor 6 Jahren wechselte Claudia zum fliegenden Personal und ist seitdem hauptberuflich Flugbegleiterin.

Claudia, erzähle uns über deine internationale Wurzeln!

Mein Mutter stammt aus Deutschland und mein Vater aus Süditalien; um genauer zu sein aus Apulien, dem Apennin Italiens, dem Gargano.

Nach meinem Studium, bin ich nach Peking gezogen. Von dort bin ich zunächst ein Jahr gependelt. Dann habe ich unbezahlten Urlaub erhalten und konnte somit vor Ort für die Deutsche Botschaft und bei China Radio International arbeiten. Nachdem ich 5 Jahre in Peking gelebt und dort auch meinen Sohn zur Welt gebracht habe, bin ich nach Ravensburg gezogen, um auch von dort zwischen Frankfurt und Ravensburg zu pendeln. In Ravensburg kam meine Tochter zur Welt und dann ging es weiter nach Hamburg. Nach 2 1/2 Jahren kehrte ich endlich wieder zurück nach Wiesbaden.

Seit meiner Kindheit reise ich immer wieder in die Heimat meines Vaters. Der Heimatort liegt wunderschön in einer Bucht und ist in eine idyllische Landschaft eingebettet und von der türkisfarbenen Adria umringt.

Seit Generationen sind die Vorfahren meines Vaters Olivenbauern. Mir liegt diese Kultur sehr am Herzen und mir ist es wichtig einen Beitrag zur Kultur und Erhaltung traditioneller Berufe in diesem Bereich zu leisten. Ich liebe unser “flüssiges Gold” und habe nun den richtigen Zeitpunkt in meinem Leben gefunden, um unserem Familienschatz das gebührende Gesicht zu verpassen.

Was und wann hast du gegründet, welche Unternehmensform?

Im Oktober 2014 habe ich mein Startup gegründet: ORGOLIO UG

Warum hast diese Unternehmensform gewählt?

Mir wurde dazu geraten, da man kein enormes Startkapital braucht, wie bei einer GmbH.

Was ist deine Geschäftsidee?

Ich möchte unser Familienprodukt und unsere Tradition fortsetzen. Mein Ziel ist es unsere eigene Ernte in limitierter exklusiver Auflage an Feinschmecker und die Leute, die die Qualität unseres Olivenöl zu schätzen wissen, zu verkaufen.

Es gibt viele denen der Aufwand zu hoch ist und auch die  Kosten für die Bewirtschaftung ihrer Grundstücke nicht mehr aufbringen können oder zu alt dazu sind. Dies wäre eine Möglichkeit den Ertrag zu erweitern, indem man diese Leute bei der Grundstückspflege unterstützt und den Ertrag aufteilt. Ich möchte jedoch immer ganz genau wissen, was in meinen Flaschen und meinen Kanistern steckt und finde es deshalb nicht erstrebenswert so groß zu werden, daß man an der  Qualität des Produktes Abstriche machen muß.

Ich habe mein Sortiment erweitert und habe nun Dips und Fruchtaufstriche mit aufgenommen. Dies zeigt meinen Beitrag auch Dorfbewohner vor Ort zu unterstützen, zumal ich von der Qualität und der Hochwertigkeit der Produkte dieses Agriturismo schon seit Jahren überzeugt bin.

Was sind deine Ziele?

Das Sortiment rund um die Olive möchte ich weiter ausbauen und es macht mir sehr viel Spaß in diesem Bereich kreativ zu werden. Zusammen mit einer renommierten Seifenmanufaktur in Deutschland haben wir eine eigene Rezeptur für unsere ORGOLIO Olivenölseife mit der Inhaberin der Manufaktur zusammengestellt. Wir haben ausschließlich aus unserem ORGOLIO Olivenöl die Seifen hergestellt und verzichteten dabei bewußt auf Palmöl. Für die Seife wurden noch Sheabutter, grüne Tonerde und Zitronengras verwendet, was sie einmalig in Aussehen, Konsistenz und Duft macht. In diese Richtung würde ich gerne noch einen Duft oder Kosmetik entwickeln lassen.

Mir schwebt es vor einen eigenen kleinen ORGOLIO Laden zu haben und ausschließlich meine Produkte zu verkaufen.

Was ist das schwierigste während der Gründung gewesen?

Vieles hat man gar nicht auf sich zukommen sehen, weil man einfach in der Gründungsphase noch  nicht den kompletten Überblick hat. Man lernt jeden Tag dazu und reift mit seinen Aufgaben. Das schwierige ist vor lauter Bürokratie nicht das Ziel  aus den Augen zu verlieren.

Deine Empfehlung an andere Gründer/Innen?

Lasst Euch nicht verrückt machen und verunsichern. Jeder versucht die Preise zu drücken, aber ich versuche nicht mehr alles zu akzeptieren. Mein Preis ist fair für das Produkt, das ich biete. Nur man selbst weiß, wieviel Arbeit dahinter steckt und das sollte man sich nicht von jemandem kaputt reden lassen. Auf viele Diskussionen gehe ich gar nicht mehr ein, weil ich mir den Atem lieber für etwas sinnvolleres sparen.

Noch ein Tipp: Versucht nicht, so wie ich, alles alleine zu wuppen. Ich habe die ganze Zeit nach dem Motto “Me-myself-and-I” gearbeitet, um Kosten zu sparen, aber man schafft nicht alles auf einmal und deshalb werde ich zum Beispiel ab Januar nächsten Jahres mir Unterstützung für meine Buchhaltung holen.

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