Katrin Deibert – Autorin & Flugbegleiterin

Katrin kenne ich, wie Sonja (meiner letzten Vorstellung bei den Nebenbei-Durchstartern) persönlich, denn wir fliegen ebenfalls auf dem gleichen Flugzeugtyp. Immer wieder beeindruckt Katrin mich, wie belesen und kreativ sie ist. Neben dem Verfassen und Veröffentlichen von eigenen Texten, liest Katrin auch auf Veranstaltungen. Obwohl sie inzwischen auch Geld mit den Lesungen verdient, sagt sie: “alles, was ich tue, macht mir Spaß”. Natürlich gehört sie zu den Nebenbei Durchstartern und ist neben Constanze, die zweite Autorin die ich hier vorstellen darf.

Katrin, seit wann fliegst du als Flugbegleiterin und wie kam es dazu?

Seit dem März 1998, fliege ich. Eher eine Verlegenheitslösung, eine Verkettung glücklicher Umstände: Eine unerwartete Schwangerschaft, Unzufriedenheit im Job als Fremdsprachenkorrespondentin. Naiv wie ich war, dachte ich, der Beruf der Flugbegleiterin müsse schon deshalb extrem Kinderfreundlich sein, weil man dann billig fliegen könnte und dem Kind die Welt zeigen.

Du fliegst aber nicht nur, sondern bist auch Autorin. Was schreibst du genau?

Auf meiner Autorinnen Webseite www.katrin-deibert.berlin sind meine sämtlichen Veröffentlichungen zu finden. Auch Lesungen, die ich recht regelmäßig veranstalte, bewerbe ich dort.

Seit wann lebst du diese Kombi (Fliegen und Schreiben) so?

Mit der Teilzeit und dem zweiten Kind kam die Muße schreiben zu können. Emil war ein extrem nettes und ruhiges Baby, das eigentlich nur lächelte und auf einer Decke saß. Geschrieben habe ich schon immer gern und viel. Noch mehr gelesen. Den ersten Sommer mit Baby saß ich auf Spielplätzen und schrieb erste Geschichten und einen Kinderroman.

Fliegst du Teilzeit, um Schreiben zu können?

Indessen ja.

Wann und wo bist du am liebsten kreativ unterwegs?

Ich versuche meinen Schriftstelleralltag so zu strukturieren, wie einen Broterwerb. Morgens fahre ich in die Staatsbibliothek am Potsdamer Platz. Da arbeiten viele junge Leute, Studenten, aber auch andere Schriftsteller. Das inspiriert mich und animiert mich. Da komme ich nicht auf die Idee im Internet zu surfen, Schränke zu putzen oder Freundinnen anzurufen.

Wie sieht dein Alltag als Autorin genau aus? Unterscheidet sich dieser sehr vom Flugbegleiter Alltag?

Deutlich, eigentlich sind das zwei verschiedene Leben. Manchmal nehme ich auf längere Umläufe Texte befreundeter AutorInnen mit, die ich dann im Hotel redigiere. Aber selber arbeite ich unterwegs nicht an meinen Sachen.

Meine Teilzeit ist außerdem sehr von den Montagen im  „Autorenforum Berlin“ (www.autorenforum-berlin.de) in der „Schwartzschen Villa“ in Steglitz geprägt. Da findet eine öffentliche Lesung statt. Jeder darf mitgebrachte Texte lesen, solange sie unveröffentlicht sind. Dann wird gemeinsam darüber diskutiert, um dem Autor zu helfen. Diese Abende moderiere ich im Wechsel mit anderen Kollegen.  Für das Forum gestalte ich auch häufiger größere Veranstaltungen, die ich auch moderiere. Das macht erstaunlich viel Arbeit.

Ist das Schreiben ein Nebenjob oder ein Hobby? Kann man vom Schreiben leben?

Seit einigen Jahren lese ich nicht mehr ohne Honorar, es sei denn aus idealistischen Gründen, wie z.B. bei der „Langen Buchnacht in der Oranienstr.“ Am 04.06. das ist einfach eine ganz besondere Veranstaltung, die ich sehr liebe. Für Veröffentlichungen habe ich bis jetzt nur sehr kleine Honorare bekommen. Neben den Lesungen bin ich noch Mitglied eines Künstlerprojekts mit der Pianistin Kanako Nakagawa und der Sopranistin Angelika Nolte. Wir treten mit ganz unterschiedlichen Konzepten gemeinsam auf.  Zum Beispiel mit einer großen abendfüllende Veranstaltung, bei der ich von mir verfasste Geschichten im Wechsel mit Opernarien, die Frau Nolte singt, lese.

Wir machen auch kleine Auftritte im privaten Rahmen, bei Hochzeiten, Geburtstagen, etc. dafür werden wir gern gebucht. Dann singt Frau Nolte Arien und ich moderiere und führe ein wenig in das Werk des Komponisten ein. Kommt immer gut an, ist gut bezahlt. Aber die aktive Werbung für diese Sachen, übersteigt meine Kraft und Zeit. Daher ist das kein wirkliches Einkommen. Über meinen Broterwerb in der Luft bin ich sehr glücklich. So bleibt die freiberufliche Tätigkeit was sie sein soll: Frei!

Wie geht es bei dir weiter und wo siehst du dich in 12 Monaten?

Alles, was ich tue, macht mir Spaß. Ich hoffe, daran ändert sich nichts. Ein paar Wünsche bleiben offen. Wäre schön, wenn ein Verlag meinen Roman drucken würde, eine Agentur sich für meinen Krimi, der bis dahin fertig sein soll, interessiert.

Katrin-deibert2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.