Mein Milestone: Business Class mit Oman Air fliegen

Ich bin vermutlich schon hundert Mal Business Class geflogen. Und diese Zahl ist keineswegs übertrieben. Bei mir zu Hause im Badezimmer stapeln sich die Amenities Kits von den verschiedensten Airlines und die Einmal-Zahnbürsten eignen sich perfekt für Besuch, der spontan über Nacht bleibt.

Und doch gibt es immer wieder Flüge, die für mich besonders sind. So auch letzte Woche. Da ich mich bei JOVENTOUR für eine personelle Veränderung entschieden haben, musste ich relativ spontan nach Asien fliegen, um Partner und Leistungsträger in Vietnam und Kambodscha kennenzulernen.

Asien. Jetzt oder im Herbst?

Ganz ehrlich: meine Lust hielt sich in Grenzen, denn keine zwei Wochen vorher bin ich erst von einer Südafrika Reise nach Hause zu kommen und in Düsseldorf wurde es gerade Frühling. Schlussendlich hatte ich allerdings keine Wahl, denn meine engste Kollegin ist im siebten Monat schwanger und der Mutterschutz steht unmittelbar bevor. Es war also klar: jetzt oder erst im Herbst, nach Steffis Rückkehr. Ich entschied mich für jetzt.

Natürlich darf ich als Mitarbeiterin einer großen deutschen Airline, die vergünstigten Tickets nutzen. Allerdings nur für private Zwecken, nicht für berufliche Flüge und daher auch nicht für JOVENTOUR Reisen. Mein Vorgesetzter ist sowieso nicht wirklich amused über meinen Zweitjob (genau deshalb wird mein Arbeitgeber auch hier nie genannt werden) und hat mir bereits mitgeteilt, dass ich beide Jobs klar trennen muss.

Business oder Economy Class?

Lange Rede, kurzer Sinne: ein Ticket musste gekauft werden. Kein grosses Ding. Mache ich täglich für unsere Kunden. Allerdings war auch die Südafrika Reise für JOVENTOUR und daher ganz normal fest gebucht, ohne Airliner Rabatt. Natürlich in der Economy Class, inkl. 4 Stunden Verspätung auf dem Rückflug (ein Artikel über die Kompensationszahlung aus Kundensicht ist in Planung). Irgendetwas sträubte sich innerlich in mir, wieder 14 Stunden auf engsten Raum, dieses Mal mit einer fetten Zeitverschiebung, zu reisen.

Es war meine reine Neugier die mich schlussendlich dazu bewegte einfach mal „Business Class“ anzuklicken, während ich nach geeigneten Flügen suchte. Wahrscheinlich erwartete ich Preise, die fernab von Gut & Böse lägen und ein Monatsgehalt locker überschreiten würden. Komischerweise rechne ich seit Gründung oftmals in den Einheiten „Monatsgehältern“. Und dann erschien eine Zahl, mit der nicht gerechnet hätte und dich ich durchaus für bezahlbar hielt. Ich klickte zurück und wiederholte den Suchvorgang. Der Preis war immer noch da. Ich wechselte die Flugsuchmaschine und der Preis war immer noch. Auch auf der Webseite der Airline Oman Air selbst, wurde das Angebot angezeigt.

Seit dem Euro Fall im letzten Jahr, war ich im Bereich Finanzen ein gebranntmarktes Kind und habe im letzten Jahr extrem gehaushaltet. Wortwörtlich habe ich jeden Pfennig bei JOVENTOUR zweimal umgedreht, bevor ich diesen investierte. Und jetzt fing ich an, mit dem Gedanken zu spielen, mir ein Business Class Ticket nach Asien zu kaufen?

Ich musste zwei Nächte drüber schlafen und mehrmals schaute ich mir die aktuellen Umsätze an. Theoretisch könnte ich mir die Flüge leisten. Die Sparmassnahmen im letzten Jahr waren erfolgreich gewesen und mein gekürztes Gehalt aus der Zeit hatte ich nie wieder wieder erhöht. Oh, wie hätte ich Lust in der Business Class der Oman Air nach Bangkok zu fliegen…..im Geheimen war es immer ein innerer Milestone von mir bei Gründung: einmal festgebucht Business Class fliegen.

Es bedürfte wirklich zwei Tage und eine lange Pro- und Kontaliste in meinem Kopf, bis ich einfach bei Oman Air anrief. Ein sehr netter Keyaccount Manager bot mir die Möglichkeit an, nur eine Strecke in der Business Class zu buchen und den Rückweg in der Economy Class zu fliegen (speziell für Reiseveranstalter). Die Lösung entsprach meinem Reisebudget und da war er erreicht: mein Milestone!

Wohin mit so viel Beinfreiheit?

Ab dem Moment der Buchung, habe ich mir keine Gedanken mehr über die Kosten gemacht, sondern mich einfach nur noch auf den Flug gefreut. Sechs Tage später war es soweit: es ging von Frankfurt über Muskat nach Bangkok. Schon alleine der Check In war extrem angenehm: keine Schlange stehen. Und anstelle der altbekannten Warteliste, gab es die Voucher für die Lounge in Frankfurt.

Aber es sollte noch besser werden: selbstverständlich wurde ich persönlich zum Boarding abgeholt und durch die Prioritätline ging es direkt in den Flieger, besser gesagt in meine kleine eigene Kabine, denn die Sitze sind keine Sitze, sondern kleine eigene Separees. Keine zwei Sekunden später hatte ich ein Champagner Glass in der Hand, Nüsschen in Porzellan Schale, ein warmes Tuch, frischen Tee, Pralinen und das schönste Amenity Kit, das ich je gesehen haben. Vor allem aber war ich einfach nur stolz. Stolz, dass ich eine Firma aufgebaut hatte, die mir heute erlaubt, hier zu sitzen. Und das nebenberuflich.

„Geniesse jede Minute – du hast es dir verdient“ in der Business Class der Oman Air

Bevor es zur Startbahn ging, postete ich ein letztes Bild bei Facebook und die ersten Kommentare erreichten mich: „Geniesse jede Minute – du hast es dir verdient“. Und genau das tat ich: ich genoß jede einzelne Sekunde. Wie ein kleines Kind, probierte ich während des Starts alle Inhalte des Amenity Kit aus, machte es auf und wieder zu und freute mich einfach nur auf den Service. Und der hatte es in sich! An dieser Stelle: ein dickes šukran an die Crew!

Während momentan einige europäischen Airlines wegen Personalmangel Flüge streichen oder den Service rationalisieren, fährt Oman Air eine ganz grosse Show in der Business Class auf (Economy kann ich dann nach dem Rückflug beurteilen).

Anmerkung: ich weiss, dass die Arbeitsbedingungen der „Sandkasten Airlines“ bei uns in Deutschland gerne und oft diskutiert werden, aber ich schreibe diesen Artikel aus Kundensicht und da können sich einige Airlines noch eine Scheibe vom 5-Sterne Gedanken abschneiden.

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aus wie vielen Gängen das Abendessen bestand, denn ich bin irgendwann einfach beim deutschen Film (die Auswahl war riesig und der der Display war größer als mein alter Röhrenfernseher zu Hause) eingeschlafen. Geweckt wurde ich 5 Stunden später mit einem Coffee-to-go Becher, voll mit frischem Kaffee, und der Bitte meinen Sitz für die Landung in Muskat aufrecht zu stellen.

Duschstopp im Oman

Der Flughafen in Muskat hat keine Fingerpositionen. Selbstverständlich wurden wir mit einem eigenem VIP Bus vom Flugzeug abgeholt und direkt zur Lounge gefahren. Nach einem Nespresso zog ich dem Frühstück, eine Dusche vor und nutze das voll ausgestattete Badezimmer. Frisch geduscht, blieb noch kurz Zeit für ein arabisches Frühstück (Humus und Fladenbrot mit frischem Orangensaft) bevor es auch schon wieder im privaten Bus direkt von der Lounge zum Anschlussflug nach Bangkok ging. Dieses Mal mit dem Dreamliner und natürlich Champagner. Da ich es selber hasse, für ein Glas eine ganze Flasche aufmachen zu müssen, beschloss ich nichts umkommen zu lassen. Und so vergingen die 8 Stunden nach Bangkok wortwörtlich wie im Fluge.

Frühstück mit Matthias Schweighöfer

Frühstück mit Matthias Schweighöfer

Im Nachhinein bin ich davon überzeugt, dass es die richtige Wahl war nach Asien Business Class zu fliegen. Die Erfahrung mit Oman Air war einzigartig und ich bin wirklich so ausgeruht angekommen, dass der Jetleg die Meetings am nächsten Tag nicht beeinflusst hat. Für mich war der Flug mehr als ein Transport von Europa nach Asien. Für mich war er ein erreichter Milestone. Und jeder Gründer sollte diese haben und verfolgen: egal ob es ein Business Class Flug ist, eine Mitarbeiterzahl, eine Umsatzgröße oder ein bestimmtes Büro.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.